Luftbild Rhein (Foto: Volker Ridderbusch / BAW)

Middle Rhine Supersite

Der Rhein hat über Jahrhunderte eine Vielzahl von Eingriffen wie Begradigungen und den Bau von Staustufen, Deichen und Regelungsbauwerken erfahren, die morphologische Veränderungen mit sich brachten. Die dichte Besiedlung, Schifffahrt, Trinkwasserversorgung, Wasserversorgung von Industrie und Landwirtschaft, Stromerzeugung, Hochwasserabführung sowie seine Beliebtheit als Erholungsraum prägen eine intensive Nutzung des Rheins. Diese Gegebenheiten prädestinieren den Rhein für die Erforschung der Funktionsweise eines anthropogen extrem überprägten Flusses und für die Entwicklung von Lösungen zu seiner nachhaltigen Nutzung.

Übersicht
  • Koordination: Bundesanstalt für Wasserbau
  • Partner: Bundesanstalt für Gewässerkunde
  • Ausdehnung: der gesamte freifließende deutsche Rhein von seiner letzten Staustufe bei Iffezheim bis zur deutsch-niederländischen Grenze
Herausforderungen

Eine bedeutende Herausforderung am Rhein besteht darin, seine Funktion als Wasserstraße und die vielfältigen weiteren menschlichen Nutzungen mit den ökologischen Anforderungen in Einklang zu bringen, um auch die Verbesserung der ökologischen Bedingungen zu erreichen.

  • Dynamisches Sohlgleichgewicht erhalten: Verschiedenste Nutzungen und wasserbauliche Maßnahmen führten zu einem unzureichenden Sedimentdargebot in weiten Strecken des Rheins. Nur durch entsprechendes Management ist es möglich, den Sedimenthaushalt und die Gewässersohle in ein dynamisches Gleichgewicht zu bringen und dieses auch zu erhalten.
  • Wasserverfügbarkeit gewährleisten: Der ökologische Anspruch an einen dynamischen Wasseraustausch zwischen dem Fluss und seinen Auen steht in möglichem Konflikt mit dem Anspruch an zuverlässige Wassertiefen für die Schifffahrt und eine bedarfsgerechte Verteilung der Wassermengen an weitere Nutzer. Ein Abgleich der verschiedenen Ansprüche bedarf eines wissenschaftlich begründeten und gesellschaftlich tragfähigen Ansatzes. Mit Blick auf die kommenden Dekaden stellt der Klimawandel durch die projizierte Zunahme an Extremereignissen eine Herausforderung für die zuverlässige und bedarfsorientierte Wasserverfügbarkeit dar.
  • Biodiversität verbessern: Nach der dramatischen Verschmutzung bis zum Beginn der 1970er Jahre hat sich die Biodiversität in Quantität und Qualität etwas erholt, allerdings besteht nach wie vor Optimierungsbedarf. Zudem ist die Verschmutzung des Wassers und der Sedimente mit Mikroplastik und Rückständen pharmazeutischer Produkte ein sich verschärfendes Problem. Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturvielfalt und der Wasserqualität sind deshalb weiterhin dringend erforderlich. Außerdem gilt es, die Etablierung von Neozoen (eingeschleppte Tierarten) zu vermindern.
Forschungsschwerpunkte
Services
Prof. Dr.-Ing. Nils Huber
Prof. Dr.-Ing. Nils Huber

Leitung Middle Rhine Supersite

Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), Karlsruhe

+49 721 9726 - 2030

E-Mail Kontakt
Dr. Martin Struck
Dr. Martin Struck

Koordination Middle Rhine Supersite

Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), Karlsruhe

+49 721 9726 - 3126

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